Idee schützen lassen: Die 5 teuersten Fehler von Erfindern

In 32 Jahren und über 100 Projekten habe ich viele gute Ideen scheitern sehen. Selten an der Idee selbst, meistens an vermeidbaren Fehlern in den ersten Monaten. Hier sind die fünf häufigsten und wie Sie sie vermeiden.
1. Die Idee zu früh zeigen
Messe, Crowdfunding, ein Post auf Instagram, ein Pitch ohne Vertraulichkeitsvereinbarung: In Europa gilt eine Erfindung nur als neu, wenn sie vor der Anmeldung nirgends öffentlich war. Das gilt auch dann, wenn Sie sie selbst gezeigt haben. Eine Schonfrist wie in den USA gibt es hier grundsätzlich nicht.
Meine Regel: Erst anmelden oder zumindest eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschreiben lassen. Dann zeigen.
2. Investieren, ohne zu recherchieren
Viele Erfinder stecken Tausende Franken in Prototyp und Anmeldung und erfahren später, dass es die Lösung längst gibt. Eine weltweite Recherche in den Patentdatenbanken kostet nur einen Bruchteil davon. Und sie zeigt nicht nur, was es schon gibt, sondern auch, wo noch Platz für Ihre Idee ist.
3. Das Patent für das Ziel halten
Ein Patent allein bringt keinen Franken. Es kostet Gebühren und gibt Ihnen das Recht, anderen die Nutzung zu verbieten. Geld verdienen Sie erst, wenn jemand Ihr Produkt herstellt, eine Lizenz bezahlt oder das Patent kauft.
Deshalb gehört die Frage «Wer zahlt dafür?» an den Anfang, nicht ans Ende.
4. Die Fristen unterschätzen
Nach der ersten Anmeldung haben Sie 12 Monate Zeit, das sogenannte Prioritätsjahr, um den Schutz auf weitere Länder auszudehnen. Wer diese Zeit nicht nutzt, um Markt, Partner und Finanzierung zu klären, steht am Ende unter Druck. Dann entscheidet man teuer oder gar nicht.
5. Alles allein machen wollen
Erfinder sind oft hervorragende Tüftler. Aber Patentrecht, Lizenzverhandlungen und Investorengespräche sind eigene Disziplinen. Das Problem ist dabei selten zu wenig Hilfe, sondern Hilfe von zu vielen Stellen, die nicht miteinander reden.
Die gute Nachricht
Alle fünf Fehler lassen sich mit etwas Planung vermeiden. Wer früh die richtigen Fragen stellt, spart Geld, Zeit und Nerven und erhöht die Chance, dass aus der Idee wirklich ein Geschäft wird.
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Welchen dieser Fehler haben Sie schon erlebt, bei sich oder bei anderen? Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen in den Kommentaren.




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