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Wie finde ich einen Lizenznehmer für mein Patent?

Autorenbild: Christoph Appert
Christoph Appert
vor 4 Stunden
2 Min. Lesezeit


Das Patent ist angemeldet, vielleicht sogar erteilt. Und jetzt? Viele Erfinder warten darauf, dass ein Unternehmen anruft. Das passiert fast nie. Lizenznehmer muss man aktiv suchen, und zwar systematisch. Hier sind die sechs Schritte, die sich in der Praxis bewährt haben.


1. Die richtigen Unternehmen finden


Fragen Sie sich: Wer verdient mit meiner Erfindung Geld? Das sind meist Hersteller in Ihrer Branche, deren Zulieferer und deren Wettbewerber.


Ein oft übersehener Tipp: Schauen Sie in die Patentdatenbanken, zum Beispiel in die kostenlose Datenbank Espacenet des Europäischen Patentamts. Wer in Ihrem Gebiet selbst Patente anmeldet, investiert dort in Entwicklung und ist ein naheliegender Kandidat.


Erstellen Sie eine Liste mit 20 bis 30 Unternehmen und sortieren Sie sie nach Passung.


2. Den Nutzen in Zahlen zeigen


Unternehmen kaufen keine Idee. Sie kaufen mehr Umsatz, tiefere Kosten oder einen Vorsprung vor der Konkurrenz. Fassen Sie deshalb auf einer Seite zusammen:


- Welches Problem löst Ihre Erfindung?

- Was ist der messbare Vorteil, zum Beispiel 20 % weniger Material oder halb so viel Montagezeit?

- Wie ist die Erfindung geschützt, in welchen Ländern?

- Wie gross ist der Markt?


Je besser Sie den Vorteil belegen können, mit einem Prototyp, Testergebnissen oder einer unabhängigen Prüfung, desto ernster werden Sie genommen.


3. Die richtige Person ansprechen


Eine E-Mail an info@ landet selten bei der richtigen Stelle. Gesucht sind die Personen, die über neue Produkte entscheiden:


- in KMU meist die Geschäftsführung oder die Leitung der Entwicklung,

- in Konzernen die Abteilung für Innovation, Technologie-Scouting oder Lizenzen.


LinkedIn und Fachmessen sind gute Wege, diese Personen zu finden und persönlich anzusprechen.


4. Vertraulichkeit klug handhaben


Zeigen Sie im ersten Kontakt nur, was der Nutzen ist, nicht wie die Lösung im Detail funktioniert. Technische Einzelheiten geben Sie erst preis, wenn eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben ist.


Gut zu wissen: Viele grosse Unternehmen unterschreiben bei unaufgefordert eingereichten Ideen keine Geheimhaltungsvereinbarung und haben eigene Regeln für Ideeneinreichungen. Lesen Sie diese genau, bevor Sie etwas einreichen.


5. Geduldig nachfassen


Entscheidungen in Unternehmen dauern oft Monate. Fassen Sie nach zwei bis drei Wochen freundlich nach. Und wenn eine Absage kommt, fragen Sie nach dem Grund. Daraus lernen Sie am meisten für die nächsten Gespräche.


6. Die Verhandlung vorbereiten


Sobald ein Unternehmen Interesse zeigt, sollten Sie wissen, was Sie wollen:


- exklusive oder nicht exklusive Lizenz,

- für welche Länder und Anwendungen,

- Einstiegszahlung, laufende Lizenzgebühr und Mindestlizenzgebühr,

- Laufzeit und Kündigungsmöglichkeiten.


Mehr dazu lesen Sie in meinem Artikel «Erfindung verkaufen oder lizenzieren: Was bringt mehr?».


Die häufigsten Fehler


  • Zu viel zu früh verraten: Details erst nach einer Geheimhaltungsvereinbarung.

  • Massen-E-Mails: Zehn gezielte Anfragen bringen mehr als hundert allgemeine.

  • Unrealistische Preisvorstellungen: Ein Unternehmen trägt das Markt- und Investitionsrisiko. Das schlägt sich im Preis nieder.

  • Kein Nachweis: Ohne Prototyp oder Testergebnisse bleibt Ihre Erfindung für viele nur eine Behauptung.


Fazit

Einen Lizenznehmer zu finden ist Arbeit, aber planbar. Wer die richtigen Unternehmen kennt, den Nutzen klar belegt und die richtigen Personen anspricht, erhöht seine Chancen deutlich.


Sie möchten Ihr Patent lizenzieren und wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Im kostenlosen und vertraulichen Erstgespräch (30 Minuten) klären wir, welche Unternehmen für Ihre Erfindung in Frage kommen und wie Sie sie am besten ansprechen.



 
 
 

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